Hörbücher oder gedruckte Bücher

Macht es einen Unterschied, ob man Texte vorgelesen bekommt oder selbst liest? Rachel Barr, die Neurowissenschaftlerin und Autorin des Buches „How to Make Your Brain Your Best Friend“ (dt. Brains & Balance) erklärt das gut und knapp.

Es kommt natürlich drauf an, welchen Unterschied man untersucht. Im Gehirn werden beide Medien im gleichen Bereich verarbeitet, nämlich dort, wo Sprache verarbeitet wird, nur dass der Weg einmal über die visuelle Verarbeitung und einmal über die auditive Verarbeitung geht. Das ist grob vereinfacht, aber für meine Frage ausreichend.

Für nicht-narrative Texte, und das sind Gebrauchsanweisungen und ähnliches, ist ein leichter Effekt zugunsten des Lesetextes messbar, aber ziemlich unerheblich und für den Alltag ohne Belang.

Für das, was wir „Bücher“ nennen und worüber ich hier schreibe, macht es keinen Unterschied.

Persönlich macht es für mich einen Unterschied. Ich kann mich leichter spontan auf Hörbücher konzentrieren, für gedruckten Text brauche ich mehr Zeit, um in die Konzentration zu kommen, lese dann aber auch schneller. So etwas wie einen Lesefluss habe ich nur, wenn ich Urlaub habe.

Je nachdem, wie viel Zeit und Muße ich gerade habe, lese ich mal gedruckt, auf einem Bildschirm oder lasse mir vorlesen, manchmal sogar beides gleichzeitig.

Wenn ich höre, lasse ich mir von ElevenReader vorlesen, weil ich mir da die Stimme aussuchen kann, die ich brauche. So kann ich mich viel besser konzentrieren. Verstellte Stimmen bei wörtlicher Rede finde ich ganz schlimm, so dass ich mir viele Hörbücher gar nicht anhören kann. Manche machen das dezent, da ist es erträglich, aber immer noch merklich. KI-Stimmen lesen neutral, so dass ich entspannt und konzentriert zuhören kann.

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